Kopplungsmuster zwischen Finanzmarktbedingungen

Ausgangslage

Innovationsstrategien von Unternehmen sind oft risikoreich und in Hinblick auf ihren ökonomischen und technischen Erfolg ungewiss. Dabei erfordern sie in der Regel hohe Investitionen, die sich daher, wenn überhaupt, erst langfristig auszahlen. Im Gegensatz dazu steht die gegenwärtig stark diskutierte Kapitalmarktorientierung, die mit einer deutlichen Ausrichtung auf kurzfristige Renditeerwartungen und Gewinnstrategien einhergeht.

Dieser Zusammenhang zwischen den Erfordernissen und dem Verlauf technologischer Innovationen einerseits und den Regeln und Möglichkeiten ihrer Finanzierung andererseits wird in den nächsten drei Jahren im Fokus der Untersuchungen des von der DFG geförderten FINN-Projekts stehen. Die Relevanz dieser Problemstellung wird durch die Finanzkrise der letzten Jahre und durch die verschärften institutionellen Vorgaben für die Kreditvergabe durch Banken nachdrücklich unterstrichen. 

Ziele

Die Ausgangsthese des Projektvorhabens besagt, dass zwischen dem Verlauf von Innovationen und den Modalitäten ihrer Finanzierung ein enger Zusammenhang besteht. Die Forschungsfrage des FINN-Projektes richtet sich auf unterschiedliche Muster der Kopplung zwischen Finanzmarktsegmenten und Innovationsstrategien von Unternehmen. Damit sollen die Struktur und die Dynamik verschiedener Innovationskonstellationen empirisch erschlossen und der konzeptionellen Analyse zugänglich gemacht werden. Um dieses Forschungsthema angemessen bearbeiten zu können, wird dieses wirtschaftssoziologische Projekt in enger interdisziplinärer Kooperation mit der Betriebswirtschaftslehre (Prof. Dr. Andreas Hack, Universität Bern) durchgeführt.

Das Ziel des Projekts ist es, das Zusammenspiel von zwei zentralen Bestimmungsfaktoren der ökonomischen Dynamik entwickelter Volkswirtschaften empirisch und konzeptionell genauer auszuleuchten. Denn der Zusammenhang zwischen der Funktionsweise bzw. der Regulierung von Finanzsystemen und den Auswirkungen auf das Innovationsgeschehen ist gerade für ein forschungsstarkes Land wie die Bundesrepublik Deutschland von hoher wirtschaftspolitischer Bedeutung.

Methoden

Struktur und Dynamik verschiedener Innovationskonstellationen werden im Rahmen des Projekts konzeptionell untersucht. Diese Analyse basiert auf einer systematischen Betrachtung der Literatur und der bisherigen Forschungsergebnisse sowie auf einer Untersuchung quantitativer Daten und der Durchführung von qualitativen Experteninterviews und Fallstudien.

Laufzeit: Oktober 2012 – September 2015 (verlängert bis Dezember 2017)
Förderung: Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG)